Nicht noch ein Kind!

2. Folge der Tagebuch-Serie: Konfliktmuster und Lösungswege

60 % der Frauen, die sich zur Abtreibung entschließen, haben bereits ein oder mehrere Kinder (Quelle: Statistisches Bundesamt 2003). Besonders für die zweiten und dritten gezeugten Kinder scheint der Mutterleib der gefährlichste Aufenthaltsort zu sein. Denn knapp die Hälfte der getöteten Kinder wären Zweit- oder Drittgeborene.

Was führt dazu, dass Mütter – trotz ihrer grundsätzlichen Offenheit für die Weitergabe des Lebens – die Verantwortung für ein zweites oder drittes Kind nicht übernehmen wollen?

Die Gründe sind vielfältig: Da wird der „Schnuller-Schock“ nach der Geburt des ersten Kindes beschrieben. Oder der endgültige Abschied von eigenen Karriereplänen bedauert, weil sich Kinderkrankheiten nicht nach den Terminvorgaben des Chefs richten. Häufig fürchten die Frauen, dass ihre Partnerschaft durch ein weiteres Kind noch mehr ins Hintertreffen gerät.

In der Beratung ist es zunächst wichtig, die zentrale Angst der Schwangeren wahrzunehmen. Im Grunde geht es um die Angst vor Überforderung und Versagen: als erziehende Mutter, als berufstätige Mutter, als Mutter und Partnerin. Oft wird der Blick der Frau zusätzlich durch einen weiblichen Hang zum Perfektionismus getrübt. Dann gilt es, eine Lanze für die Realität zu brechen: Ein weiteres Kind bedeutet nicht 100 % mehr Belastung, da man auf Erfahrungen zurückgreifen kann. Geschwister sind zudem die besten „Mit-Erzieher“ – ganz gleich, ob älter oder jünger. In die eigene Karriere kann eine Frau heute nach der Familienphase mit 40 oder sogar 50 Jahren immer noch durchstarten – eine bekannte Möbelkette macht´s vor! Und persönliche Freiräume für sich und den Partner gewinnt eine Mutter, indem sie Entlastung zulässt durch Babysitter, Haushaltshilfe, Au pair. Hier springt das Frauen-Förder-Programm der BIRKE unbürokratisch und langfristig ein, wenn finanzielle Engpässe drohen.

Auf den jeweiligen Einzelfall zugeschnittene, konkrete Unterstützung ist es also, die den Weg bereitet zur Annahme eines weiteren Kindes.