Ist es mit 43 nicht zu spät für ein Kind?

4. Folge der Tagebuch-Serie: Konfliktmuster und Lösungswege

Was verbirgt sich hinter dieser typischen Frage von schwangeren Frauen jenseits der 40?

Die Angst davor, ein behindertes Kind zu bekommen? Nein – denn Frauen mit dieser Angst greifen nach den Angeboten der PND (Vorgeburtliche Diagnostik).

Ist es die Angst, individuelle Freiheiten zu verlieren? Nein – moderne Frauen haben sich bis zu diesem Alter genügend frischen Wind um die Ohren wehen lassen.

Steckt möglicherweise dahinter die Angst vor der Verantwortung? Ebenfalls nein – mit Anfang 40 stehen Frauen heute in jeder Hinsicht „mitten im Leben“.

Warum fragt also die patente 43jährige Key-Account-Managerin, die sich im Kollegenkreis nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, mit scheuen Blick Richtung Beraterin: „Ist es in meinem Alter nicht zu spät für ein Kind?“

„Gibt es Ihrer Meinung nach denn einen besseren Zeitpunkt für ein Kind?“, fragt die BIRKE-Beraterin zurück. Damit stößt sie in das meist unbewusste Wespennest der Mär vom idealen Zeitpunkt.

An dieser Stelle können auch Sie, liebe Blog-Leser, eine kleine Selbst-Befragung starten: „Gibt es den idealen Zeitpunkt für die erste Liebe, das erste Kind, den eigenen Tod?“ ------

Im Schwangerschaftskonflikt entwickelt sich durch die Frage nach dem „besseren“ Zeitpunkt meist eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie: „Hier würde ich heute anders entscheiden … aber dann hätte ich diese oder jene Erfahrung nicht gemacht! ----- Das ist damals ganz gut gelaufen … aber vielleicht wäre es auch anders gegangen!“

In der Regel bestätigt eine nachdenklich gewordene, lebenserfahrene Schwangere schließlich: „Rund läuft es immer dann, wenn ich auf mein Stichwort warte. Und dann mit vollem Einsatz starte.“

Mit dieser Haltung können dann gerade „reife“ Mütter eine strahlende neue „Karriere“ beginnen.