Ich verlasse Dich, wenn Du das Kind bekommst!

5. Folge der Tagebuch-Serie: Konfliktmuster und Lösungswege

So ungeschminkt drücken es die Kindesväter in der Regel nicht aus. Doch verzweifelte Schwangere hören die Drohung sehr wohl heraus: „Du musst Dich entscheiden: Ich oder das Kind!“

Jeder, der einmal um den Verlust eines Liebespartners bangen musste, kann sich die seelische Not dieser Schwangeren vorstellen: Der geliebte Mann, dem man sich noch mehr verbunden fühlt, seit man ein Kind von ihm erwartet, schafft ein scheinbar unlösbares Dilemma – die Wahl zwischen Liebe und Liebe.

Es hilft wenig, wenn Außenstehende darauf hinweisen, wie fragwürdig eine solche Haltung ist. Oder wenn sie die Beziehung des jungen Elternpaares auf weitere Widersprüche abklopfen. Zumeist verfestigt sich dadurch die vorgetragene Einschätzung der Schwangeren: „Wir lieben uns über alles. Er will eben nur kein Kind!“ („…jetzt noch kein Kind“, ist eine mögliche Variante dieses Themas.)

Hier sind Präsenz und Einfühlungsvermögen der BIRKE-Beraterin herausgefordert: Sie muss die Verzweiflung der Schwangeren beenden, indem sie den Druck kurzfristig erhöht.

Die Drohung „Liebe oder Liebe“ muss als falsche Alternative entlarvt werden. Mit Fragen wie diesen kann das gelingen: „Ihr Partner will, dass Sie Ihr gemeinsames Kind töten. Welcher Aussage vertrauen Sie mehr: Dem Ja zu Ihnen durch das Kind? - Oder dem Ja zu Ihnen durch die Abtreibung?“

Oft genügen solche Anstöße, um die scheinbare Ausweglosigkeit in tastendes Weiterfragen zu verwandeln: „Was schätzen Sie: Wie viel Prozent der Partnerschaften überleben eine Abtreibung? - Und wie viele Paare finden Ihrer Meinung nach trotz anfänglicher Ablehnung zu einem gemeinsamen Weg mit dem Kind?“

Die Statistik hält manche Überraschung bereit:

  • In 80 % der Fälle ist der Kindesvater ausschlaggebend für die Entscheidung zur Abtreibung.
  • 77 % der Frauen klagen über schwere Beziehungsstörungen nach der Abtreibung.
  • 66 % der Frauen (!) beenden nach der Abtreibung die Beziehung zum Kindesvater.

(Quelle: Elliot-Institut, 1994)