Ich fühle mich nicht reif für ein Kind!

3. Folge der Tagebuch-Serie: Konfliktmuster und Lösungswege

Obigen Satz hört die BIRKE-Beraterin nicht etwa von 15jährigen Schülerinnen oder 18jährigen Auszubildenden. Nein, diese Aussage ist typisch für die aufstiegsorientierte Endzwanzigerin oder die erfolgreiche Geschäftsfrau Anfang 30.

Wie lässt sich diese erstaunliche Selbsteinschätzung emanzipierter Frauen erklären, die ihr berufliches und privates Leben rein äußerlich betrachtet „fest im Griff“ haben?

Hier offenbart der Schwangerschaftskonflikt eine tiefliegende emotionale Not. Diese Frauen haben – meist als Kinder – die Trennung und Scheidung der eigenen Eltern miterleben müssen. Sie sind oftmals Zeugen unerbittlicher „Rosenkriege“ und wechselnder neuer Partnerschaften der getrennten Eltern geworden. Vertrauen in verlässliche, dauerhafte Beziehungen konnten sie nicht entwickeln. Sicher und bestätigt fühlten sie sich nur dann, wenn sie auf eigenen Einsatz, auf eigene Leistung setzten. Und in der Rolle der toughen Selbstverwirklichungs-Frau haben sie tatsächlich „alles im Griff“: ihren Job, ihre Freizeit, ihre Kontakte. Wenn da nicht diese unberechenbaren zwischenmenschlichen Beziehungen wären! Immer wieder kommt es zu Missverständnissen, zu Konflikten und Krisen. Und weil man Beziehungen nicht durch „Techniken“ und „Management“ dauerhaft „in den Griff“ bekommen kann, folgen Trennung und Kontaktabbruch oder Resignation und Arrangement. So kann sich echte Beziehungsfähigkeit nur schwer entwickeln.

Hat sie also recht, die schwangere 29jährige Immobilienmaklerin mit Fernbeziehung und langjähriger Therapieerfahrung?

Ja und nein, weiß die BIRKE-Beraterin. Die junge Frau hat recht mit ihrem Gefühl, sich bei allem beruflichen und privaten Erfolg seltsam „unreif“ zu fühlen. Sie verkennt jedoch die Wirklichkeit, wenn sie Beziehungsfähigkeit und menschliche Reife auf die bewährte Weise „in den Griff“ bekommen will. In der Beratung wird es also darum gehen, die echte emotionale Not dieser Schwangeren wahrzunehmen und ihr gleichzeitig einen Ausweg aufzuzeigen, durch den sie menschlich wachsen kann.

„Ich fühle mich nicht reif für ein Kind! Ich kann es noch nicht lieben!“

Diese Aussage nimmt die Beraterin ganz ernst, wenn sie behutsam den Blick auf die Wirklichkeit lenkt: „Wie lernt man schwimmen? Durch Schwimmen! – Wie wird man reif? Indem man sich seiner Aufgabe stellt – so gut man es vermag. Auf meine Unterstützung können Sie dabei jederzeit zählen.“

So wird es der Schwangeren klar, dass Mutterwerden eine ganz und gar einmalige Chance ist, Beziehungsfähigkeit zu lernen und zu leben.


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