Ich bin doch erst 16!

1. Folge der Tagebuch-Serie: Konfliktmuster und Lösungswege

Offiziell haben rund 6.175 Minderjährige im Jahr 2007 in Deutschland abgetrieben. (Quelle: Statistisches Bundesamt) Warum konnten diese Mädchen und jungen Frauen nicht Ja zu ihrem Kind sagen – wie die anderen etwa 5.812 Gleichaltrigen, die ihr Kind 2007 zur Welt gebracht haben (ebenfalls lt. Stat. Bundesamt)?

Eine berechtigte Frage. Denn nach einer ersten Schockphase nehmen die Mädchen ihr Kind im Grunde an. Dafür spricht auch die Tatsache, dass sie sich in dieser belastenden Situation häufig erst sehr spät einem Erwachsenen anvertrauen. Verständlich, wenn man den Druck von außen miterlebt, den die junge Schwangere fürchtet und leider auch oft erfährt.

Dabei meistern jugendliche Mütter ihr Leben erstaunlich gut, wenn sich Familie und Freundeskreis entschlossen hinter sie stellen. Dann können sie selbstbewusst die Verantwortung für ihr Kind übernehmen und sich trotzdem ab und zu jung und unbeschwert fühlen.

Was aber, wenn das familiäre Netz nicht trägt? Dann kommt es in der Beratung darauf an, gemeinsam mit der Schwangeren konkrete und fachlich kompetente Hilfe zu organisieren: „Welche Unterstützung ist wohl die beste, damit Sie die Ausbildung beenden können: eine Tagesmutter oder die Begleitung beim Mutter-Kind-Wohnen? Lassen Sie uns auch einen Blick auf die Finanzen werfen …“

Fragen wie diese stärken das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und mindern die Angst vor der Überforderung durch die ungewohnte Lebenssituation. „Sie schaffen das. Und wenn Sie Hilfe brauchen, suchen wir zusammen die beste Lösung.“ Mit dieser Unterstützung im Rücken wagt die jugendliche Mutter schließlich den mutigen Schritt in die Zukunft mit ihrem Kind.